Cortinas

 

Die Diskussionen über Cortinas sind endlos, ob ja ob nein und warum überhaupt.
Ich denke, Unterbrechungen zwischen den Tandas sind manchmal passend und manchmal nicht –
und wenn’s passt, setze ich sie gerne und effektvoll ein. Ob und wie es passt, bestimmen die Tänzer.
Sind genug da? Bei vier, fünf Paaren auf der Piste sind Cortinas meistens störend.
Macht es ihnen Spass oder gucken sie ratlos oder ärgerlich? Manchmal hilft es,
eine kleine Ansage zu machen. Auf keinen Fall poche ich auf argentinische Traditionen,
von wegen alle runter von der Piste – wir sind hier nicht in BsAs! Wenn sie es freiwillig tun –
umso besser! Auch bin ich flexibel bei der Frage, ob es immer die gleiche Cortina sein soll.
Mache DJs benutzen sie dann als so etwas wie ein Erkennungszeichen.
Kann, muss aber nicht. Immer dieselbe kann auch nerven.
Ich spiele auch gerne ausgesprochene Krawallcortinas, am liebsten Discomucke wie Night Fever,
Dancehall Days und Sexual Healing gemixt mit Johannes Heesters und der Lindenstrassenmelodie –
am schwierigsten sind den Tandas angepasste Cortinas, so etwas wie ein Hinweis, wie es weitergeht.
Manchmal folge ich auch der Tradition, eine immer wieder gespielte Cortina am Ende des Abends
ganz auszuspielen – zum Tanzen!
Eine gute Cortina sollte eine wirklich klar erkennbare Trennung der Tandas sein,
möglichst nicht tanzbar (einige schaffen es trotzdem, ich auch ;-))
Wie auch immer, richtig eingesetzte Cortinas können eine wertvolle Bereicherung der Stimmung sein,
den Partnerwechsel anregen und dem Abend eine besondere Note geben.
Auf keinen Fall sollten sie länger als 30 Sekunden dauern, 20-25sec. finde ich optimal.
Anders sähe die Sache aus, wenn sich die Tänzer hierzulande streng an die traditionelle Vorgabe halten
und die Piste komplett räumen und wieder betreten würden.
Dann sollte eine Cortina lang genug sein, um diesen Wechsel ohne Hast zu ermöglichen,
40 bis 60 Sekunden könnten es dann schon mal sein. Erfahrungsgemäss tut sich aber Otto Normaltanguero
mit dieser Tradition schwer und empfindet sie eher als Bevormundung.
Das finde ich manchmal schade, weil sie Kommunikation durchaus fördern kann.
Kommt natürlich wieder einmal auf die Situation an.