Encodieren

 

Für das Encodieren gilt: Immer in bestmöglicher Qualität!
Es gibt viele verlustfreie und verlustbehaftete Formate wie z.B. wav, mp3, wma, aac,
ape oder ogg. Da das mp3 Format am weitesten verbreitet und sehr komfortabel ist,
soll es hier näher behandelt werden.
Man muss nicht encodieren, Speicherplatz ist billig geworden, aber es kann u.a. das Handling
einer Datenbank sehr erleichtern. Der Unterschied zwischen CDs und fachgerecht codierten
mp3 Dateien ist nur für Esoteriker hörbar. Die werden aber seit etlichen Jahren
(Stand der Qualitätsdiskussion im Jahre 2000)  nicht müde, die immer gleichen Dogmen
wünschelrutengängerhaft durch ihre Gebetsmühlen zu drehen. Vergleichstests sind natürlich
unter der Würde dieser „Experten“.
Der schlechte Ruf von mp3 bei einigen Tangoliebhabern rührt m.E. daher, daß die Qualität
der Dateien, stammen sie nun aus illegalen Quellen oder von legalen Downloadanbietern,
oft wegen eben nicht fachgerechter Encodierung miserabel ist. Pauschale Aussagen wie:
„bei den alten Sachen aus den 30ern reicht eine Bitrate von 128“
sind absolut nicht hilfreich, denn der Klang ist von vielen Faktoren abhängig.
Was sich auf der Anlage zu Hause noch toll anhört, kann im Milongasaal eine Katastrophe sein.
Zwischen einer 128er Encodierung mit einem alten Xing-Codec und mit einem
aktuellen lame liegen Welten! Dabei ist eine vernünftige Encodierung so schwer
nun auch wieder nicht – hier eine Anleitung, die ich mal für Kollegen geschrieben hatte:
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Du möchtest also Deine Lieblingsmusik von CDs auf eine relativ kleine Notebookfestplatte kopieren,
das ganze in bestmöglicher Qualität und dann die Musik so verwalten, dass Du Titel schnell finden,
einsortieren und komfortabel abspielen kannst?
Dazu musst Du die Musik von den CDs extrahieren (rippen),
mittels lame-codec umwandeln (encodieren) und als mp3 speichern.
Dann musst Du die mp3-Dateien beschriften (taggen) – der letzte Schritt ist das Herstellen
eines einheitlichen Lautstärkepegels, OHNE die Qualität zu verschlechtern.
Das so gewonnene Material kannst Du nun in einer Datenbank verwalten.

Minimalanforderungen an die Software:
-cdex (Ripper)
http://www.mpex.net/software/details/cdex.html
lame codec (Encodierer) zum Implementieren in Ripper ohne lame
http://www.mpex.net/software/details/lamedll.html
-mp3tag (Tagger)
http://www.mp3tag.de/index.html
-mp3gain (Lautstärkeanpassung)
http://www.mpex.net/software/details/mp3gain.html
-mediamonkey (Datenbank)
http://www.mediamonkey.com/mediamonkey_de.htm

Cdex hat den lame-codec (nimm bloss keinen anderen!) und eine CDDB
Datenbankanbindung bereits integriert – letzteres erspart Dir SEHR viel Schreibarbeit
beim Taggen – unbedingt nutzen! Die Einstellungen übernimm bitte GENAU so wie
im Anhang zu sehen. (Rippen mit Paranoia komplett und Enkodieren entweder mit 320kbps
oder –alt-preset extreme VBR-O) Wenn schon, denn schon – keine Kompromisse!
Die Lautstärkeanpassung NUR mit mp3gain vornehmen –
KEINESFALLS sog. Normalisierungsfunktionen in anderen Programmen benutzen,
das kann die Qualität dramatisch verschlechtern. Als Alternative zu Cdex bietet sich
EAC
an – Sein Vorteil ist die qualitativ etwas bessere Auslesung bei problematischen Passagen,
allerdings arbeitet EAC langsamer und der lame-codec ist nicht enthalten und muss erst noch
nachinstalliert werden. Als superleicht zu bedienende Datenbank empfehle ich Dir mediamonkey,
eine eierlegende Wollmilchsau. Theoretisch könntest Du damit auch alle Arbeitsschritte ausser
Lautstärkeanpassung erledigen. Ich finde allerdings die anderen Programme für den Anfang
komfortabler und hilfreicher. Wie auch immer:
Um eine gewisse Einarbeitungszeit wirst Du auch bei meiner
vorgeschlagenen Minimalkonfiguration nicht herumkommen.
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Das Encodieren ist zwar der qualitätsentscheidende Faktor, doch die anderen Schritte –
vor allem ein sinnvolles Taggen – sind beim Aufbau einer effizienten Datenbank ebenso wichtig.
Für ein Standardrepertoire, welches etwa 1000 Titel umfasst,
sollten mindestens 200-300 Arbeitsstunden eingeplant werden!